Leonie Rettig - Klavier/Piano

 

Pressespiegel

Interview IDAGIO

Konzertbericht von Christa Spannbauer

»Leonie Rettig glänzte mit großer Gestaltungskraft am Konzertflügel. […]ein etwas außergewöhnliches Programm, das nur zwei ausgedehnte Werke umfasste. Allerdings ging es dabei um zwei Schlüsselwerke, die eine bestimmte geistes- und kunstgeschichtliche Situation repräsentieren und damit existenzielle Probleme berühren. Sie verfügt über Ausdruckswerte vom dämonisch drohenden oder überirdisch leuchtenden Pianissimo bis zum explosiven Fortissimo, vom scheinbar ratlos sich in sich selbst drehenden Stillstand bis zur rasenden Eruption. Und das alles gestaltet Leonie Rettig nicht als pianistischen Ego-Trip oder Prunksucht am Klavier, sondern als scheinbar von spieltechnischen Voraussetzungen unabhängige, in ihrer Authentizität kaum noch überbietbare Spiegelung geistig-seelischer Vorgänge, in deren Zusammenhang jedes Detail sein eigenes Leben gewinnt.« (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

»Hingeknallte Akkorde oder heruntergeratterte Oktaven gibt es bei ihr nicht. Sie spielt unforciert und natürlich, mit warmem, runden Ton, kann ihn auch mal verschleiern, bleibt aber immer klar und konturenscharf, wo es nötig ist. Schon beim ersten Stück trug diese seltene Anschlagskultur Früchte. Es reicht von inbrünstiger Kontemplation bis zur Verzückung, beginnt und endet mit einer edlen Gesangslinie in Tenorlage, begleitet von harmonisch schillernden Figurationen in der rechte Hand.« (Schwarzwälder Bote)

»Die vier ausgedehnten Sätze der Komposition mit ihren schweren und bald leichten Themen, mit gesanglichen Melodien und heftigen Akkorden, mit Düsterem und Hellem und vielen stillen, innehaltenden Momenten, wurden unter den Händen der Künstlerin zum Erlebnis. […] im Sinne von Robert Musils Kunstdefinition: ›Was bleibt von der Kunst? Wir. Als Veränderte.‹« (Nürtinger Zeitung)

Romantische Seelenmusik… »Am Ende gab es Standing Ovations für diese berührende Matinee […]. Mit kontemplativ verinnerlichtem und zugleich hoch konzentriertem Engagement spielte, nein, zelebrierte Leonie Rettig Schuberts Klaviersonate B-Dur und Brahms’ Klaviersonate f-Moll. Tatsächlich hatte sie mit ihrem luziden Spiel eine Stimmung geschaffen, als ob die materiellen und zeitlichen Grenzen aufgehoben und geradezu transzendent wären. […] Schuberts charakteristische Verlangsamung krönte Rettig dann im Andante sostenuto, als sie das Zeitgefühl aus den Angeln hob und in die romantische Schwebe brachte. […] Bei diesem musikalischen Vortrag kam Adornos Aussage über den Frühvollendeten wahrlich zu sich selbst: “Vor Schuberts Musik stürzt die Träne aus dem Auge, ohne erst die Seele zu befragen.” Auch der zweite Teil nach der Pause geriet zum außerordentlichen Hörerlebnis, bei dem man mitten unter den gebannt lauschenden Besuchern die berühmte Stecknadel hätte fallen hören können. […]« (Südwestpresse, 16.02.2016)

Pianistisch ganz oben. »Ein gestalterisches Wunder […]. Schon die ersten Töne der Lisztschen h-moll Sonate ließen aufhorchen. Leonie Rettig schlug den Beginn eines langen Klavierromans auf […]. Im Nachklang zum vergangenen Liszt-Jahr gelang Leonie Rettig ein so überwältigendes Meisterstück, dass der Beifall erst Sekunden später einsetzte.« (Hannoversche Allgemeine Zeitung)

Drei große Erzählungen »[…] Die Ballade Nr. 2 in h-Moll von Franz Liszt, eine musikalische Erzählung, schien dunkel dräuend aus ferner Vergangenheit zu berichten. So vielfarbig Liszt auch zeichnet – und dabei die ganze Breite der Klaviatur und der dynamischen Möglichkeiten nutzt -, immer blieb, auch dank der Anschlagskunst der Spielerin, der Erzählfaden hörbar. […] Franz Liszts einzige Klaviersonate, ebenfalls in h-Moll stehend, ging Leonie Rettig sachlich-nüchtern an, ließ aber gleichwohl das monumentale einsätzige Werk für die Zuhörer zu einem großen Erlebnis werden […] Die jeweils durch Tonrepetitionen geprägten Themen formten sich unter ihren Händen zu weiten, enorm tragfähigen Bögen, die Vorbereitung eines dreistimmigen Fugatos war vom Feinsten und ein lyrisch abrundender Schluss führte zu großer Ruhe. Die nach einer langen Besinnungspause stark applaudierenden Besucher bekamen noch eine Zugabe zu hören […]«(Südwestpresse online)

Zart schwebten die Pianotöne »[…] Mit der jungen Pianistin saß eine einfühlsame Interpretin am Flügel. Sie dominierte nicht, sondern passte das Instrument dem Orchester an. Zart schwebte es über dem Klangteppich des Orchesters. Besonders im zweiten Satz kam das zum Ausdruck.[…] Mit der Zugabe, einem Lisztschen Petrarca Sonett, nahm uns die Pianistin in eine ganz andere Klangwelt mit. Zarte Poesie war ihr Vortrag. Gerne möchte man diese Künstlerin wieder in einem Konzert hören.« (Thüringer Allgemeine)  

Konzentriert und lebendig »[…] die Vorträge ließen nun freilich erkennen, dass eine Pianistin nicht nur ihre Hände braucht, sondern dass Musikalität, Können und möglichst viel Wissen dazukommen sollten. Anders nämlich wäre Ludwig van Beethovens Sonate f-moll op. 57 nicht so lebendig und soghaft überzeugend darstellbar wie es Leonie Rettig gelang. […] Technisch makellos ließ die Pianistin Tonkaskaden rauschen als ob sie die natürlichste Sache der Welt wären.« (Südwestpresse online, Geislinger Zeitung)  

Die Kraft der Liebe am Abgrund des Grauens. »[…] Liszt […] hätte vermutlich seine Freude daran, würde er dieses Konzert ihm zu Ehren hören. Jedes der drei Werke des zu seiner Zeit bewunderten Tastenvirtuosen, das Rettig an diesem Abend spielt, entfaltet nachhaltige Wirkung. […] In seiner Klaviersonate „Appassionata“, der Leidenschaftlichen, stößt der Wiener Klassiker die Pforte zur Romantik weit auf. Wie unerhört dieses Werk auf seine Zeitgenossen gewirkt haben muss, lässt Leonie Rettig in ihrer kompromisslosen Interpretation erahnen […] und dennoch gibt der stringente und spannende Erzählfluss Inseln der Entspannung und melodischen Schönheit Raum. […] Am Ende enthusiastischer Beifall für eine vielversprechende junge Künstlerin.« (Allgäuer Anzeigenblatt)

Chamäleonartige Klangvielfalt. »[…] Die neunzehnjährige Pianistin machte es sich bei ihrem Auftritt beim Klavierfestival an diesem Samstagabend wirklich nicht leicht. Mit Werken von Bach, Busoni, Chopin und Liszt deckte sie nicht nur ein weites musikalisches Spektrum ab, sondern beeindruckte mit ihrer anspruchsvollen Werkauswahl. Selten hat man als Zuhörer die Möglichkeit, alle vier Balladen des polnischen Komponisten Chopin live dargeboten zu hören. Musikalisch reif und leidenschaftlich bot die Studentin der Musikhochschule Hannover die Balladen ihrem begeisterten Publikum dar. Besonders mit ihrem facettenreichen Anschlag wusste sie zu überzeugen. […] Verdiente Bravos.« (HNA)

Orgelklänge und feines Filigran. »[…] Staunenswert, wie sich die junge Künstlerin in den dämonischen Sog dieser Musik begab, ohne jemals die Kontrolle und die klare rhythmische Disposition aus dem Auge zu verlieren. Der pochende Achtelrhythmus hält in ihrer Interpretation auch noch die wildeste Steigerung des Piu allegro-Abschnitts zusammen. Mit herrlich ausdifferenziertem Anschlag und rundem Klavierton begegnete Leonie Rettig dem liedhaften Thema des Variationensatzes und seinen vier geistvollen Verwandlungen. […] Eine ›befreiende Überlegenheit‹ könnte man dies nennen, die sich in Konturenschärfe und kluger musikalischer Zusammenschau dokumentiert – selbst die Ganztaktpausen wirkten in ihrer Wiedergabe wie schmerzliche Messerschnitte. […] Ein besonderes Glücksmoment schenkte der wundervolle Einschub, der inmitten der Scherzoturbulenzen, einem Wiegenlied gleich, in eine bessere Welt geleitete.« (Der Teckbote)

Alle Klavierklippen übersprungen. »[…] Leonie Rettig spielte vom ersten Anschlag an grandios. In ihr vereinen sich Gefühle, Empathie und das überragende Takt- und Zeitgefühl auf einem Punkt. […] Das ist feines, sehr planvolles und erhellendes Klavierspiel. Es gehörte zum Besten, was man seit langem im schönsten Konzertsaal des Enzkreises erlebt hat.« (Gemeinde-Nachrichten Niefern-Öschelbronn)

Grotesker Zwerg und wilde Hexe. »[…] Gleich der Auftakt setzte dabei Maßstäbe. […] Zum Höhepunkt des Abends wurden Mussorgskys ›Bilder einer Ausstellung‹. Der Klavierzyklus […] entfaltete nicht nur plastisch den Charakter der einzelnen Kunstwerke […] sondern er entwickelte sich dramaturgisch zielgerichtet auf sein Finale: Der Vision des „Großen Tores von Kiew“, einer imposanten Klangarchitektur […]. Sehr konsequent und überlegt gestaltet wirkten auch die restlichen Kompositionen des Programms […] Außergewöhnliche Anschlagskultur offenbarte die junge Musikerin schließlich in Alexander Skrjabins sensibler Sonate Nr. 2 op. 19, bei der Klarheit und Sinnlichkeit in schönem Gleichgewicht gehalten wird. Stürmischer Beifall für dieses Ausnahmetalent. (Allgäuer Anzeigeblatt)  

Lauter schöne kleine Gedanken am Klavier. »Leonie Rettig […] gehört zu den Talenten, die nicht oft zu finden sind. […] Sie ist unprätentiös, natürlich in ihrer Ausstrahlung und findet immer die richtige Klangfarbe. Ganz besonders wichtig ist das bei Robert Schumanns „Symphonischen Etüden“. […] Leonie Rettig schafft es, die unterschiedlichen Stimmungen, die Tiefe der Gefühle darzustellen. Sie deutet die extrem aufwühlenden Momente ebenso tiefgründig aus wie die ruhigen und tröstenden Sequenzen; entwirft ein hochdifferenziertes Charakterbild dieses in sich zerrissenen Komponisten mit einer technischen Präzision und Sicherheit, die verblüfft. […] Lässt Rettig schon bei Beethoven und Schumann aufhorchen, […] dann überwältigt sie die Zuschauer mit den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky erst recht. […] Gekonnt und spannend beschreibt Leonie Rettig ihre eindrücke. Das ist nicht nur Technik, da hat sich eine erstaunlich junge Persönlichkeit präsentiert mit einem erstaunlich anspruchsvollen Programm.« (Schwarzwälder Bote)

Zugang zum goldenen Klang. »Das im Kirchheimer Schloss angebotene Promenieren durch Mussorgskys berühmte Bildersammlung verliert man so schnell nicht aus dem Ohr. Was die junge Pianistin Leonie Rettig im zweiten Teil ihres Konzerts da an technischer Souveränität, Gestaltungskraft, Detailgenauigkeit und profunder Kenntnis der Aufführungstradition in ihre Interpretation einfließen ließ, war allein schon des Staunens wert. Wie aber kann eine so junge Künstlerin ein so vollkommenes Klang-Ereignis formen? Wann hat sich der große Konzertflügel in der Kirchheimer Schlosskapelle je derart sonor und unforciert verausgaben dürfen? […]Der Riese gehorchte ihr in jedem Moment und verlieh ihrer Mussorgsky-Vision eine überwältigende Klangaura […] Eher sind es die Geschmeidigkeit und die Geheimnisse der Anschlagskultur, die ihr den Zugang zum goldenen Klang eröffnen.« (Der Teckbote)

20. 01. 2019

 

 

 

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